Thoth

 
 
  1. *Wer ist Thot?


Was hier auf dieser Illustration [s.oben] zu sehen ist, sind ägyptische Hieroglyphen. Alles auf dem Bild sind Hieroglyphen, nicht nur die Bilder ganz oben. »Hieroglyphen« bedeutet »heilige Schriftzeugnisse«. Diese Hieroglyphen sind auf Papyrus gemalt, vermutlich das erste Papier der Welt. Der hier gezeigte Mensch ist ein Mann namens Thot, der Name wird mit langem »O« gesprochen. In der Hieroglyphe wird Thots Kopf als Ibis dargestellt, eine Vogelart. Immer wenn man also diesen breitschultrigen Mann mit einem eigentümlichen Vogelkopf sieht, hat man eine Hieroglyphe vor sich, die dieses ganz bestimmte Wesen, Thot, dargestellt. Er hält Papyrusrohr in der Hand, da er es war, der auf der Welt das Schreiben einführte. Die Einführung des Schreibens war ein sehr, sehr wichtiges Ereignis, wahrscheinlich der folgenreichste Akt, der auf diesem Planeten im gegenwärtigen Zyklus je eingetreten ist. Es hat in unserer Evolution und in unserem Bewusstsein mehr verändert als jeder sonstige einzelne Akt in unserer uns bekannten Geschichte.

Darüber hinaus hält Thot etwas in seiner linken Hand: ein Ankh-Symbol, das für das ewige Leben steht. Das Ankh ist ein außerordentlich wichtiges Symbol bei dieser Arbeit, genauso wie es eine der Hauptsymbole des alten Ägypten darstellte. Es gibt ein elektromagnetisches Energiefeld, das unseren Körper umgibt und die Form eines »Ankh« aufweist. Sich hieran wieder zu erinnern, ist aus der Sicht der alten Ägypter der Anfang unserer Heimkehr zum ewigen Leben und zu wahrer Freiheit, also ist das Ankh-Symbol ein zentraler Schlüssel.


Hier haben wir Thot beim Schreiben [siehe unten]. Es handelt sich um eine Kopie einer Wandmalerei, und dieses nächste Foto ist eine Original-Wandplastik. Auf diesem Bild hält er kniend den Stift und schreibt. Es war ein revolutionärer Akt, der in diesem Zyklus noch nie zuvor von irgendjemandem angestrebt worden war. Der traditionellen Geschichtsschreibung zufolge kam es zu diesem Akt in Ägypten zur Zeit von Saqqara, aber ich wage das zu bezweifeln. Ich persönlich glaube, dass er rund 500 Jahre früher stattfand. Saqqara wurde während der Ersten Dynastie errichtet, schätzungsweise 3300 vor Christi Geburt. Wenn wir auf die Pyramiden zu sprechen kommen, die älter sind als Saqqara, wird deutlich werden, warum ich das glaube.




Alchemie und der erste Auftritt Thots

An einem Punkt führten mich die Engel zu einem Kanadier, der ein Alchemist war und unter anderem tatsächlich Quecksilber in Gold verwandelte (wenngleich man das auch mit Blei machen kann, was aber schwieriger ist). Ich studierte zwei Jahre lang Alchemie bei ihm und beobachtete diesen Prozess mit eigenen Augen. Er hatte eine Glaskugel mit einem Durchmesser von rund 45 Zentimetern, die mit einer Flüssigkeit gefüllt war, in der Quecksilberkügelchen aufstiegen. Sie durchliefen eine ganze Palette fluoreszierender Farben und Veränderungen, stiegen dann an die Oberfläche, verwandelten sich in kleine Kugeln aus solidem Gold und sanken dann zu Boden. Dann sammelte er die ganzen Goldkügelchen ein, um sie für seine spirituelle Arbeit zu verwenden. Er besaß ein ganz gewöhnlich aussehendes kleines Haus in Burnaby, British Columbia, auf einer ganz normal wirkenden Straße. Wenn man die Straße hinunterfuhr, sah sein Haus aus wie viele andere auch. Doch unter seinem Haus gab es ein geheimes Labor. Er hatte die Millionen Dollar in Gold genommen, um das Erdreich unter seinem Haus immer tiefer auszuschachten, und so war ein gigantischer Komplex entstanden, der bis in den letzten Winkel voll war mit allen erdenklichen Gerätschaften, von Elektronenwaagen bis zu was auch immer. Geld war ihm völlig egal. Und natürlich ist der Zweck der Alchemie nicht, an Gold oder Geld zu kommen, sondern den Prozess zu verstehen, durch den Quecksilber oder Blei zu Gold wird.

Worauf es ankommt, ist der Prozess. Denn der Prozess, wie man von Quecksilber zu Gold gelangt, entspricht dem Prozess, den ein Mensch durchläuft, wenn er von seiner Bewusstseinsebene ins Christusbewusstsein übergeht – hier gibt es eine exakte Entsprechung. De facto verhält es sich so, dass man, wollte man die gesamte Alchemie studieren, jede einzelne chemische Reaktion untersuchen müsste, die es gibt, denn jeder Reaktion entspricht ein ähnlich gelagerter Erfahrungsaspekt im Hinblick auf einen Aspekt des Lebens. Das ist die Sache mit dem alten Spruch: »Wie oben, so unten.« (Übrigens ist Thot der Mann, von dem diese Worte ursprünglich stammten – damals kannte man ihn in Griechenland unter dem Namen Hermes.)


Ich saß also einmal vor diesem Alchemielehrer, und wir praktizierten eine ganz bestimmte Form der Meditation mit offenen Augen, zu der yogische Methoden, die Atemwege zu verschließen sowie gewisse andere Atemtechniken gehörten. Er saß etwa einen Meter von mir entfernt, und wir hatten schon seit vielleicht ein, zwei Stunden diese Meditation praktiziert, jedenfalls recht lange. Und da geschah etwas – etwas, dass ich noch nie zuvor gesehen hatte, noch nie! Er, tja, man könnte sagen, war plötzlich irgendwie verschwommen, und schon war er weg. Vor meinen Augen! Einfach verschwunden! Das werde ich nie vergessen. Einen Moment lang saß ich da und wusste gar nicht, was tun. Dann streckte ich zögernd die Hand aus und tastete nach ihm. Da war niemand. »Unglaublich!«, dachte ich. Ich war absolut erstaunt. Ich war baff (wie wir in den sechziger und siebziger Jahren gern sagten). Ja, wirklich. Ich wusste nicht, was tun, also blieb ich einfach weiter dort sitzen. Da tauchte ziemlich bald danach eine andere Person vor mir auf, jemand vollkommen und durch und durch anderes! Nicht die leiseste Ähnlichkeit. Mein Alchemielehrer war um die fünfunddreißig, und der Kerl da mochte vielleicht sechzig, siebzig sein und war viel kleiner – vielleicht 1,60 Meter groß.

Es war ein kleiner Typ, und er sah aus wie ein Ägypter. Er hatte dunkle Haut, und sein Haar war sozusagen lang, aber nach hinten gebunden. Sein Gesicht war glattrasiert bis auf einen dichten Kinnbart, der vielleicht 15 Zentimeter lang sein mochte und an fünf Stellen zusammengebunden war. Er trug einfache hautfarbene Baumwollkleidung mit langen Ärmeln und Hosen, und er saß mit gekreuzten Beinen mir gegenüber. Als mein Schock sich langsam legte, blickte ich meinem Gegenüber einfach in die Augen. Dort sah ich etwas, das ich zuvor außer in den Augen von ganz kleinen Babies noch nie zuvor gesehen hatte. Wenn man einem Baby in die Augen sieht – nun ja, jeder weiß, wie einfach das ist, weil sich da nichts abspielt, was in Richtung Urteile fällen und dergleichen geht. Man kann einfach in seine Augen hineinfallen, und das Kind fällt einem in die eigenen. Genau so war es, diesen Mann anzuschauen. Dieser alte Körper hatte einfach nur diese großen Babyaugen. In ihm spielte sich nichts ab. Ich hatte ganz spontan eine Verbindung zu ihm, und da waren keine Schranken. Er berührte mein Herz wie niemand je zuvor.

Dann stellte er mir eine Frage. Er sagte, im Universum fehlten drei Atome.


Ob ich wüsste, wo sie geblieben seien? Ich hatte keine Ahnung, was er meinte, also sagte ich: »Hm, nein.« Dann ließ er mich eine Erfahrung durchleben, die ich hier nicht wiedergeben möchte und die mich in ganz frühe Zeiten schickte, zum Anfang der Schöpfung, und dann wieder zurück. Es war ein hochinteressantes außerkörperliches Erlebnis. Als ich zurückkehrte war mir klar, was er mit den fehlenden drei Atome meinte – zumindest dachte ich das. Und so sagte ich: »Aha, ich glaube, Sie meinen ...« Und dann erzählte ich ihm, was ich mir dabei dachte. Als ich fertig war, lächelte er einfach nur, verneigte sich und verschwand. Ein wenig später war mein Alchemielehrer wieder da. Mein Lehrer wusste nichts von dem Wechsel, der da stattgefunden hatte. Der ganze Vorfall schien nur in meinem eigenen Erleben stattgefunden zu haben.

Das Erlebnis nahm mich, als ich von meinem Lehrer wegging, völlig in Beschlag. Damals brachten mich die Engel dazu, mit vier weiteren Lehrern zu arbeiten, also wanderte ich von einem zum anderen, und mein Leben war wirklich voll. Aber ich konnte an nichts anderes mehr denken als an diesen kleinen Mann, der mir erschienen war. Ich hatte ihn an keinem Punkt gefragt, wer er war, und er kehrte nicht zurück. Die Zeit verging, und schließlich begann das Erlebnis zu verblassen. Aber immer trug ich weiter die Frage mit mir herum, wer das wohl gewesen sein mochte. Warum hatte er mich dazu gebracht, mich auf die Suche nach diesen drei Atomen zu machen, und worum ging es bei der ganzen Sache? In mir war ein Verlangen, ihn wiederzusehen, denn er war der reinste Mensch, der mir je begegnet war – in meinem ganzen Leben. Zwölf Jahre später fand ich heraus, wer er war. Es war Thot. Am 1. November 1984 trat er erneut in mein Leben  und er lehrte mich so viel. Aber auch das ist wieder eine andere Geschichte, die später erzählt werden soll.


Thot, der Atlanter

Dieser Mann, Thot von Ägypten, geht auf fast die allerersten Anfänge von Atlantis zurück. Vor 52.000 Jahren fand er eine Möglichkeit, sein Bewusstsein kontinuierlich in ein und demselbem Körper zu halten, ohne zu sterben, und seit dieser Zeit ist er in seinem ursprünglichen Körper geblieben – bis 1991, wo er sich auf eine neue Seinsebene begab, die unser Verständnisvermögen weit übersteigt. Er erlebte einen Großteil der Zeit des alten Atlantis und wurde für 16.000 Jahre sogar König von Atlantis. In diesen Tagen trug er den Namen Chiquetet Arlich Vomalites. Eigentlich lautete sein Name Arlich Vomalites, und Chiquetet war ein Titel, der »der Weisheitssucher« bedeutete, denn er wollte wirklich das sein, was Weisheit war. Nachdem Atlantis im Meer versank (auf dieses Thema kommen wir später noch eingehend zu sprechen), mussten Arlich Vomalites und andere hochentwickelte Wesen rund 6000 Jahre lang warten, bevor sie wieder eine Zivilisation begründen konnten.

Als Ägypten ins Leben gerufen wurde, trat er auf den Plan und nannte sich Thot. Diesen Namen behielt er dann während der gesamten Lebensdauer Ägyptens. Als Ägypten starb, war Thot derjenige, der die nächste große Kultur begründete: Griechenland. Unsere Geschichtsbücher sagen, der Vater Griechenlands sei Pythagoras gewesen, dass Griechenland sich aus der und durch die Schule des Pythagoras entwickelt habe, und aus Griechenland sei dann wiederum unsere derzeitige Zivilisation hervorgegangen. Pythagoras erwähnt in seinen eigenen Schriften, dass Thot ihn bei der Hand genommen habe, ihn unter die Große Pyramide geführt und ihn die gesamte Geometrie und die Natur der Wirklichkeit gelehrt habe. Nachdem durch Pythagoras dann Griechenland geboren war, trat Thot im gleichen Körper, den er zur Zeit von Atlantis gehabt hatte, in diese Kultur ein und nannte sich Hermes. So steht es geschrieben: Arlich Vomalites, Thot und Hermes sind ein und dieselbe Person. Eine wahre Geschichte? Man lese dazu die Emerald Tables, vor 2000 Jahren von Hermes verfasst.


Seit damals hat er noch viele andere Namen gehabt, aber ich nenne ihn noch immer Thot. Er trat 1984 wieder in mein Leben und arbeitete von da an bis 1991 so gut wie jeden Tag mit mir. Er kam herein und verbrachte vielleicht vier bis acht Stunden am Tag damit, mich zu unterweisen – in so vielen Dingen. Aus diesen Unterweisungen stammt ein Großteil der Informationen, die ich hier weitergebe, wenn sie auch mit anderen Informationen korrellieren und von vielen weiteren Lehrern als etwas ausgewiesen wurden, das Hand und Fuß hat.


Besonders die Geschichte der Welt geht auf ihn zurück. Nun, zu seiner Zeit in Ägypten, wo er  »Der Schreiber« genannt wurde, hielt er alles fest, was sich ereignete. Er war ja die perfekte Person dafür, oder? Er blieb ja durchgängig am Leben, als Schreiber konnte er also einfach dasitzen und beobachten, wie das Leben um ihn weiterging. Er war ein guter, unparteilicher Zeuge, da dies ein zentraler Bestandteil seines Verständnisses von Weisheit war. Er sprach oder handelte selten ohne zu wissen, dass dies von der göttlichen Ordnung gewollt war. Schließlich fand Thot heraus, wie er die Erde verlassen konnte. Er begab sich auf einen anderen Planeten, auf dem es auch Leben gab, und dort saß er einfach und schaute sich das Ganze an. Er mischte sich nie ein, er sagte kein einziges Wort. Er verweilte nur völlig stumm und sah zu – einfach nur, um zu sehen, wie man dort lebte und um Weisheit zu erlangen, zu verstehen – vielleicht hundert Jahre lang blieb er auf diesem bestimmten Planeten. Dann begab er sich an einen anderen Ort, um dort zuzusehen.


Insgesamt war Thot für ungefähr 2000 Jahre von der Erde verschwunden, um andere Formen von Leben zu studieren. Aber er betrachtet sich als Erdenmensch. Natürlich sind wir alle an dem einen oder anderen Punkt im Spiel des Lebens von irgendwoandersher gekommen, denn so alt ist die Erde ja noch gar nicht. Ihr Alter liegt bei fünf Milliarden Jahren, der Große Geist aber ist ewig, er war immer und wird immer sein. Auch du bist immer gewesen und wirst immer sein. Dieser Geist kann nicht sterben, und jedes anderslautende Verständnis ist lediglich Illusion. Thot aber betrachtet sich als ein Wesen von hier, da dies der Ort war, von dem aus er den ersten Schritt unternahm, der ihn in die Unsterblichkeit führte.


Thots Gemahlin war Shesat. Sie ist ein außergewöhnlicher Mensch – in mancher Hinsicht mindestens ebenso außergewöhnlich wie Thot, wenn nicht sogar noch außergewöhnlicher. Sie war die erste Person, die mich bewusst auf die Erde brachte, und zwar in etwa um 1500 v. Chr. Ich war nicht physisch dort, aber wir hatten eine bewusste Verbindung quer durch die Dimensionen geschaffen. Sie stellte die Verbindung zu mir her, da die Ägypter damals bestimmte Probleme mit ihrem Land hatten, die aus ihrer Sicht im Endeffekt die ganze Welt und das Los der Menschheit beeinflussen würden. Wir arbeiteten sehr eng zusammen. In mir ist noch immer eine sehr tiefe Liebe zu ihr und eine wirklich innige Verbundenheit, obwohl sie nicht mehr hier ist. Ebensowenig wie Thot. 1991 verließen sie gemeinsam diese ganze Oktave von Universen und taten den Schritt hinüber in eine vollkommen andere Erfahrung von Leben. Ihr Tun ist wichtig für uns, wie deutlich werden wird.


1984 trat Thot erneut in mein Leben, zwölf Jahre nach meinem ersten Erlebnis mit ihm bei der Meditation mit meinem Alchemielehrer. Das erste, was er tat, war, mich in Ägypten durch eine Initiation zu führen. Er ließ mich durch ganz Ägypten reisen und Zeremonien durchführen sowie Initiationen in bestimmten Tempeln durchlaufen. Ich wurde gebeten, einen bestimmten Raum unter der Cheopspyramide zu betreten, lange Sprüche in der Originalsprache der Atlanter zu sagen und in einen Bewusstseinszustand einzutreten, in dem mein Körper nichts als Licht war. Diese Geschichte werde ich auch erzählen, sobald es an der Zeit dafür ist, versprochen.


Thot, geometrische Figuren und die Blume des Lebens

Ich mochte vielleicht drei, vier Monate zuvor aus Ägypten zurückgekehrt sein, als Thot hereinkam und sagte: »Ich will die geometrischen Figuren sehen, die du von den Engeln erhalten hast.« Die Engel hatten mir nämlich die Basisinformationen/-geometrien anvertraut, wie die Wirklichkeit mit dem Großen Geist in Beziehung steht, und sie waren es auch, die mich die Meditation lehrten, die ich hier noch weitergeben werde. Diese Meditation gehörte mit zum ersten, was Thot von mir haben wollte. Darin bestand unser Tauschgeschäft: Ich bekam alle seine Erinnerungen, und er erhielt die Meditation. Er wollte diese Meditation, da sie viel einfacher war als die Methode, die er anwandte. Die Art und Weise, wie er sich 52.000 Jahre am Leben erhielt, verlangte große Zähigkeit – es war, wie immerzu an einem seidenen Faden zu hängen. Er musste täglich zwei Stunden in Meditation verbringen, um nicht zu sterben. Er musste eine Stunde mit dem Kopf in Richtung Norden und mit den Füßen in Richtung Süden verbringen, in einer ganz genau einzuhaltenden Meditation, und dann musste er noch einmal eine weitere Stunde in der umgekehrten Stellung verbringen und eine andere Meditation praktizieren. Alle fünfzig Jahre musste er sich dann, um seinen Körper zu regenerieren, in die sogenannten Hallen von Amenti begeben und sich dort in etwa zehn Jahre lang vor die Blume des Lebens setzen. (Sie ist eine reine Bewusstseinsflamme, die tief im Bauch der Erde anzutreffen ist, und von deren Existenz die Bewusstseinsebene des Menschengeschlechts zutiefst abhängig ist.)

Thot war sehr an dieser neuen Meditation interessiert, denn das, wofür er zwei Stunden brauchte, dauert bei der Mer-Ka-Ba-Meditation nur sechs Atemzüge. Diese Meditation ist schnell, effizient und weit zielgerichteter, und ihr Potential ist erheblich größer, da sie zu einer dauerhaften Form von Gewahrsein führt. Thot begann mir also immens viel von dem zu geben, was er wusste. Wenn er bei mir im Zimmer erschien, gebrauchten wir keine Worte wie hier jetzt. Wir unterhielten uns, indem wir eine Mischung aus Telepathie und holographischen Bildern gebrauchten. Seine Gedanken waren für mich holographisch, so würde man es wahrscheinlich nennen. Aber es spielte sich noch weit mehr ab. Wenn er mir etwas beschreiben wollte, schmeckte, fühlte, hörte und sah ich seine Gedanken.

Er sagte, er wolle sehen, was die Engel mir im Hinblick auf die geometrischen Strukturen gegeben hatten, also vermittelte ich es ihm telepathisch, mit einer kleinen Lichtkugel, von drittem Auge zu drittem Auge. Dann sah er sich das Ganze an, und etwa fünf Sekunden später teilte er mir mit, mir würden viele Ebenen wechselseitig verflochtener Informationen fehlen. Also setzte ich mich jeden Tag für viele Stunden hin und erstellte Zeichnungen und versuchte herauszufinden, was es mit der ganzen Geschichte auf sich hat, die wir heute heilige geometrische Figuren nennen.

Damals hatte ich keine Worte für diese Art des Sehens. Ich wusste nicht, was das war, und anfangs hatte ich keine Ahnung, was es wirklich bedeutete. Und ich kannte niemanden sonst, der so etwas bewusst wahrnahm, außer in der Vergangenheit. Ich dachte, ich sei auf der ganzen Welt der einzige. Je mehr ich mich jedoch damit befasste, erkannte ich, dass es das schon immer gegeben hatte und dass es in der gesamten Erdgeschichte und im ganzen Universum anzutreffen ist. Er unterwies mich lange Zeit hierin. Am Ende kamen wir auf eine einzige Zeichnung (die Blume des Lebens), von der er sagte, sie enthielte alles – alles Wissen, männliches und weibliches, ausnahmslos.


Ich weiß, es klingt abenteuerlich, aber diese eine Zeichnung enthält, so Thot, in ihren Proportionen jeden einzelnen Aspekt des Lebens, den es gibt. Sie enthält jede einzelne mathematische Formel, jedes physikalische Gesetz, jede Harmonie in der Musik, jede biologische Form von Leben bis zu eurem spezifischen Körper. Sie enthält jedes Atom, jede Dimension, absolut alles, das in Universen, die auf Wellenlängen basieren, anzutreffen ist (auf die Wellenlängen komme ich gleich noch zu sprechen). Nachdem er mir vermittelt hatte, was es damit auf sich hat, verstand ich die obige Behauptung; aber an diesem Punkt jetzt einfach diese Aussage in den Raum zu werfen, klingt wie etwas Unglaubliches. So Gott will, werde ich beweisen, was ich da sage. Naheliegenderweise kann ich nicht beweisen, dass diese Zeichnung jeden einzelnen Aspekt der Schöpfung in sich birgt, denn es gibt viel zu vieles darzulegen, und es passt kaum alles in dieses eine Buch. Aber ich kann genügend Beweismaterial zeigen, um deutlich zu machen, dass sich dies auf alles übertragen lässt.


Thot sagte mir dann, wir würden dieses Bild der Blume des Lebens in Ägypten finden. Es kam in all den Jahren unserer Zusammenarbeit zweimal vor, dass ich Zweifel hatte an dem, was er sagte, und das war eines der beiden Male. Mein begrenzter Geist sagte: »Das kann nicht sein!«, denn ich hatte bis dahin so gut wie jedes Buch über Ägypten gelesen, das es gab, und das hatte ich niegendwo gesehen. Ich ging im Geist prüfend alles durch, was mir in den Sinn kommen wollte. Nein, dachte ich, dieses Symbol ist in Ägypten nirgends zu finden. Aber Thot sagte, dass ich es finden würde, und dann verschwand er. Ich wusste nicht einmal, wo ich mit meiner Suche anfangen sollte.

Etwa zwei Wochen später traf ich mich mit meiner Freundin Katrina Raphaell, die – ich glaube drei – Bücher über Kristalle geschrieben hat. Sie war gerade aus Ägypten zurückgekehrt und stand in einem Lebensmittelladen in Taos, New Mexico, als ich hereinkam. Sie stand bei den Fotoartikeln am Ladentisch und hatte gerade ihre Fotos von ihrer letzten Reise nach Ägypten zurückerhalten. Vor ihr auf dem Ladentisch stapelte sich ein vielleicht 25 Zentimeter hoher Berg von Fototaschen, und sie nahm die jeweils sechsundreißig Bilder heraus und begann sie übereinander zu türmen. Wir kamen ins Gespräch, und schließlich sagte sie zu mir: »Ach, übrigens, mein Führungsengel hat mir gesagt, ich soll dir ein Foto geben, sobald ich dich sehe.« »Okay«, sagte ich, »welches ist es?« »Weiß ich nicht«, gab sie daraufhin zurück. Sie drehte dem Stapel den Rücken zu, zog willkürlich irgendein Foto daraus hervor, reichte es mir und sagte: »Das hier ist es. Das soll ich dir geben.«

Nun muss ich dazu sagen, dass Katrina keine Ahnung von der Arbeit hatte, mit der ich mich gerade befasste, denn obwohl wir schon seit ein paar Jahren befreundet waren, unterhielt ich mich damals nicht mit vielen Leuten über meine Arbeit – und mit ihr hatte ich definitiv nicht darüber gesprochen. Das Foto, das sie aus dem Stapel hervorzog, war: die Blume des Lebens auf einer Mauer in Ägypten.


Die Wand gehört wahrscheinlich zu den ältesten Mauerwerken Ägyptens. Sie steht in einem Tempel, der fast 6000 Jahre alt ist – einer der ältesten Tempel auf dem Planeten. Als ich die Blume des Lebens auf diesem Foto sah, stieß ich nur noch ein »Woooooowww« aus. »Was soll das eigentlich sein?«, fragte Katrina. Worauf ich nur noch hervorbrachte: »Das verstehst du nicht, aber – wooooowww!«


*Textauszüge aus dem Buch »Die Blume des Lebens - Teil 1« von Drunvalo Melchizedek. Mit freundlicher Genehmigung des  KOHA-Verlag GmbH, Burgrain. In unserem  ONLINE - SHOP bestellbar.